Donnerstag, 15. August 2013

Bushido, Kunst und politische Verlogenheit

Bushido hat Ärger mit dem gekillten Bambi (so die TAZ). Klaus Wowereit ist sauer und zeigt ihn an (so die WELT). Sein Album ist quasi ein Fall für den Index (wieder die WELT). Aber eigentlich ist das alles Kunst und muss erlaubt sein (wieder die TAZ).

Die Meinung der TAZ hat oberflächlich zumindest Artikel 5 Abs. 3 Satz 1 Grundgesetz für sich. Hier heißt es: "Kunst ... sind frei."

Also, zur Kunstfreiheit gehört es, zum Mord an mißliebigen Personen aufrufen zu dürfen und zu sagen, das sei Kunst, "nur" ein Song oder einfach nur Spaß?

Ich finde das nicht ganz so lustig. Aber das ist lediglich meine Meinung, nennt mich meinetwegen einen Spießer dafür. Doch das Thema, inwieweit Gewalt als Mittel der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung in Deutschland akzeptiert wird, muss diskutiert werden.

Politiker der SPD, der GRÜNEN und der FDP sind nicht so begeistert, wenn in einem Song zu ihrer Tötung aufgerufen wird. Das wäre ich nicht so. Aber wenn von linken Gruppen zu Gewalt gegen mißliebige Verbindungsstudenten aufgerufen wird (Gewehr... kalt gemacht...), schweigen Politik und Medien. Für mich passt da etwas nicht zusammen.

Wir brauchen eine Diskussion um die politische und gesellschaftliche Gewalt in Deutschland. Zu rechter Gewalt gibt es hier gute Initiativen. Aber ist die politische Motivation zu politischer Gewalt entscheidend, ob man sie toleriert oder nicht?

Ich finde, es darf null Toleranz zu politischer und gesellschaftlicher Gewalt geben. Wenn sie in unserer Gesellschaft toleriert wird, können irgendwann nur noch diejenigen ihren eigenen Weg gehen und ihre eigene Meinung sagen, die die Gewalt auf ihrer Seite haben. Das wäre das Ende unserer freien Demokratie.

Bushido soll meinetwegen mit seinen Songs weiter seinen eigenen Weg gehen. Das wird er tun, egal was so ein Blogger namens Roland zu der konkreten Sache meint. In unserem Land müssen wir alle uns aber überlegen, wie wir mit dem Grundproblem umgehen.